Autor & Journalist

Stephan Sigg

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22.10.2019

Advent mit Jugendlichen

Blog
Die Kartensammlung "24 plus X Ideen - Advent mit Jugendlichen" von Stephan Sigg enthält eine Fülle an Methoden, Ideen und Texten, um Jugendliche auf den Advent einzustimmen.
 
Interview mit Stephan Sigg
 
Wie weckt man bei Jugendlichen das Interesse für den Advent? Wie macht man sie neugierig auf diese besondere Zeit?
Stephan Sigg: "Das ist eigentlich gar nicht viel anders bei Kindern: Man muss versuchen, den Zauber dieser besonderen Zeit für alle Sinne erfahrbar zu machen. Aber während bei Kindern vielleicht eher die Atmosphäre, das Geheimnisvolle und die Gemütlichkeit im Vordergrund stehen, können bei Jugendlichen mehr Inhalte vermittelt werden: Was hat denn jetzt der Advent mit deinem Leben zu tun? Worauf macht er aufmerksam? Was ist das Besondere dieses "Geburtstagsfest" am 24. Dezember? Und warum ist die Botschaft von Weihnachten bis heute so aktuell?"
 
Für Kinder gibt es ganz viele Rituale und Traditionen. Mit der Zielgruppe Jugendliche tun sich hingegen viele Erwachsene schwer: Worauf ist zu achten, dass sich auch die Jugendlichen angesprochen fühlen und den Advent oder die Weihnachtszeit nicht als etwas "Kindisches" abtun?
"Ich denke, eine grosse Chance besteht darin, in der Jugendwelt anzuknüpfen: Welche Fragen beschäftigen sie? Wo und wie kommunizieren sie? Aber manchmal lohnt es sich auch, bewusst bekannte "Traditionen" aufzugreifen  oder sie zumindest humorvoll ins Spiel zu bringen. Ich denke zum Beispiel an den Nikolaus. Auf den ersten Blick ist das jetzt etwas für Kinder. In meiner Methodensammlung ist ein "Nikolaus-Test" zu finden: Die Jugendlichen können via Fragebogen herausfinden, wie viele Gemeinsamkeiten sie mit Nikolaus sie haben. Sie werden damit auf humorvolle Weise angeregt, sich mit dem Nikolaus und seiner Botschaft auseinanderzusetzen. Gleichzeitig überlegen sie sich, wie sie sich als "Nikolaus" in ihrem Alltag engagieren können."
 
In der Ideensammlung "Advent mit Jugendlichen" gibt es auch einige Adventsideen für das Smartphone. Sollte man es nicht gerade im Advent mal besser ohne Smartphone versuchen?
"Das Smartphone ist einfach allgegenwärtig. 24 Tage darauf zu verzichten? Das wäre für Jugendliche wohl eine ziemliche Herausforderung und alles andere als realistisch. Ich drehe den Spiess lieber um: In meiner Sammlung gibt es einige Methoden, die Jugendliche dafür sensibilisieren, im Advent ihr Handy bewusster zu nutzen. Sie sollen erkennen, wie viel Gutes das Handy ermöglichen könnte. Eine Idee, die mir sehr gefällt: Man kann sich selber auf dem Handy einen persönlichen Adventskalender einprogrammieren. Oder etwas im Zusammenhang mit den Heiligen Drei Königen: In der Methodensammlung ist ein königliches Handy-Display zu finden."
 
Was ist darauf zu sehen?
"Die Jugendliche werden angeregt, sich zu überlegen, welche Apps die Heiligen Drei Könige wohl auf ihren Handys installiert hätten. Mit dieser Vorlage werden die Jugendlichen mal auf eine ganz andere, zeitgemässe Art angeregt, sich mit der biblischen Grundlage von Weihnachten zu beschäftigen und auf ihr Leben  - also auch auf ihr Handy - anzuwenden."
 
Was war Ihre Motivation, diese Sammlung zu erstellen? Was bedeutet der Advent für Sie?
"Im Advent stecken so viele Chancen - es lassen sich viele aktuelle Aspekte thematisieren. Wie die "Friday for Future"-Demos zeigen, sind junge Menschen heute sehr offen für Ökologie- und Nachhaltigkeitsthemen. Bei vielen ist der Advent als eine Zeit des "Konsums" besetzt - dabei ist die Botschaft des Advents eine ganz andere. Ich liebe den Advent und kann den ersten Dezember jeweils kaum erwarten! Deshalb war es für mich eine grosse Freude, mich so intensiv mit Advent und Weihnachten zu beschäftigen.  Da ich das Projekt schon länger geplant habe, konnte ich mir schon in der letzten Advents- und Weihnachtszeit Zeit für die Ideensammlung nehmen - ich habe intensiv Jugendliche beobachtet."
 
Was war Ihnen dabei wichtig?
"Mir war es wichtig, dass die Methoden mit möglichst wenig Vorbereitung und mit wenigen Materialien durchführbar sind. So kann man vieles auch ganz spontan umsetzen. Wie heisst es so schön: Weniger ist oft mehr. Oft sind es gerade ganz einfache oder "reduzierte" Ideen, die die grösste Wirkung entfalten. So gibt es zum Beispiel auch eine Anleitung für eine "Wunderkerzen-Meditation".
 
 
"Advent mit Jugendlichen" ist im Don Bosco Verlag in Kooperation mit buch+musik erschienen und im Buchhandel erhältlich oder kann auch online bestellt werden.
 

Mit seiner besonderen Atmosphäre macht der Advent auch vor Jugendlichen nicht halt: Plätzchen, Punsch und Snowboard-Träume, untermalt mit den Sounds der Christmas-Playlist sorgen für die richtige Stimmung. Stephan Sigg vermittelt mit der vorliegenden Material- und Methodensammlung Ideen, wie man, ausgehend von den Bedürfnissen junger Leute, die ursprüngliche Botschaft von Advent und Weihnachten vermitteln kann.

Seine Gedanken-Spiele, Geschichten, Meditations- und Kreativangebote werden im Religionsunterricht, in der Gruppenstunde oder im Gottesdienst eingesetzt. Sie reichen vom 1. Dezember bis Dreikönig, bauen aufeinander auf, werden aber auch davon losgelöst verwendet. 32 praktische DIN-A4-Karten, z. B. mit diesen Themen: "Was zählst du? Geld, Kalorien, Gewichte? Was zählt für Jesus?", "Mit Google Maps von Nazaret nach Betlehem", "Meine Jahres-Charts", "Wunderkerzenmeditation".

DIN A5, 32 Karten, 30 Impulse, beidseitig bedruckt, auf festem Karton, inkl. methodischer Hinweise, in farbiger Pappbox, inkl. umfangreichem Downloadmaterial, in Kooperation mit dem Verlag buch+musik